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Kein fauler Zauber

1. November 2019

Schwarze Magie und Nadelpüppchen: Das Stichwort „Voodoo“ setzt sofort Vorstellungen von unheilvollen Ritualen frei. Zu Unrecht, denn Voodoo, was „Geist“ oder auch „Gott“ bedeutet, ist eine jahrhundertealte Religion, die auf dem afrikanischen Kontinent heute in Benin, Ghana und Togo praktiziert wird. Vodun, wie sie dort heißt, geht wahrscheinlich auf die Religion der Yoruba in Nigeria zurück und findet im 18. Jahrhundert durch den Sklavenhandel auch in der Karibik sowie in Nord- und Südamerika Verbreitung.
Das alles erfährt man jetzt in der groß angelegten Ausstellung „Voodoo!“ im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim, die dank einer Präsentation von 1.200 Objekten den gängigen Vorurteilen mit Fakten begegnet und die Ursprünge der jeweiligen Strömungen erfahrbar macht.
Voodoo fußt auf der Vorstellung von einer übermächtigen Gottheit, deren Kinder von den Menschen mit Opfern und Zeremonien verehrt werden und dem Glauben nach oft mit diesen direkt in Kontakt treten – zum Beispiel im Rahmen ritueller Tänze. Gerade in Afrika ist die polytheistische Religion von dem Streben nach einer friedlichen, harmonischen Verbindung zu den Göttern geprägt. Das gleiche gilt für Gemeinschaften in Brasilien, Kuba und den USA.
Allein in Haiti wird Voodoo im Zuge von politischem Machtmissbrauch und Korruption sukzessiv zu einem Instrument des Schreckens. Die negativen Assoziationen, die man hierzulande mit dem Glauben verbindet, fußen alle auf dieser Variante, die vor allem durch Hollywood Verbreitung findet.

kunst:art 70, November-Dezember 2019, Norden Spezial

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