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Galerie Albrecht

1. November 2019

Kleine knuffige Keramikobjekte reihen sich an der Wand. Einige sind weiß, andere rot, wieder andere schwarz. Als Tongebilde sind sie einmal durchschossen worden und besitzen daher alle ein sauberes Loch. „Teile der Vernunft“ nennt Frank Mädler diese Arbeit, die auch den Titel für seine ab Dezember gezeigte Ausstellung in der Galerie Albrecht in Berlin liefert.
Teile der Vernunft? Sofort wird klar, dass der in Leipzig lebende Künstler hier einen großen assoziativen, vielleicht ironisch gebrochenen Raum zwischen dem Werk und seiner Bezeichnung aufspannt. Und dadurch in den Köpfen der Rezipienten ein Feuerwerk an Fragen zündet.
Auch mit seinen analogen Fotografien und in der Dunkelkammer hergestellten Fotogrammen kratzt Mädler, der 1963 in Torgelow geboren wurde, an gängigen Denkmustern und Sehgewohnheiten. Zwar erkennt man zum Beispiel in seiner Serie aufgenommener Seerosen Blätter und Stängel der Wasserpflanzen, doch diese sind meist unscharf und lösen sich zum Teil in abstrakte Farbstrukturen auf. Das Spiel mit der Brechung des Lichts auf der Wasseroberfläche führt ebenfalls zu einer Negation des Geläufigen, lässt näher hinsehen und bietet buchstäblich Platz für eigene Reflexionen.
Immer wieder begibt sich der renommierte Künstler, der in Leipzig und Madrid Fotografie studiert hat, auf unbekanntes Terrain – wie seit ein paar Jahren auf das der Skulptur – und verknüpft die eingesetzten Medien in Ausstellungen dialogisch.

kunst:art 70, November-Dezember 2019, Kunstmarkt Spezial

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