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Durchwehte Landschaften, tanzende Götter und fliegende Putti: Die Kunst des Barock und des Rokoko ist in ihrer Bewegtheit faszinierend. Nichts steht da still, alles vibriert, selbst dort, wo Mensch und Natur vermeintlich innehalten. Diesen stilbildenden Schwung bereitet der Manierismus des 16. Jahrhunderts vor, Figuren geraten zu lang, winden sich um die eigene Achse. Doch erst im 17. Jahrhundert gewinnt das Ganze so richtig an Fahrt, erfasst alle Bereiche, auch Architektur und Bildhauerei und schwingt sich in der Deckenmalerei zu schwindelnden Höhen auf. Dann geht der Barock im 18. Jahrhundert in den Rokoko über, wird leichter und freier.
Anschaulich lässt sich diese Entwicklung nun anhand von 75 Blättern französischer Zeichenkunst nachvollziehen, die als Leihgabe des Hessischen Landesmuseums Darmstadt von Oktober bis Januar in der Galerie Stihl in Waiblingen zu betrachten sind. Darunter befinden sich Skizzen, Vorstudien und Aquarelle so berühmter Künstler wie Claude Lorrain, François Boucher, Jean-Honoré Fragonard oder Jean-Antoine Watteau.
Ihre Zeichnungen umfassen nicht nur mythologische Szenen, christliche Themen, Portraits und Landschaften, sondern auch Entwürfe für Bühnenbilder und Kostüme. Als unmittelbarer Ausdruck erster Ideen gelten die kostbaren Arbeiten in Rötel, Kreide oder Tusche als Quintessenz der Kunstentstehung und genießen seit Langem den Status autonomer Werke.

kunst:art 69, September-Oktober 2019, Süden Spezial

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