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Als sich Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff 1905 in Dresden zur „Brücke“ zusammenschlossen, war die weitreichende Wirkung dieses Schritts nicht absehbar. Die Maler konnten nicht ahnen, dass ihre Kunst – im Dritten Reich als „entartet“ gebrandmarkt – nach 1945 einen Siegeszug durch europäische und nordamerikanische Sammlungen und Museen antreten würde.
Aus der Sehnsucht nach progressiven Ausdrucks- und Lebensformen und der Verachtung für das historistische Korsett der Akademien entwickelten sie gemeinsam einen neuen, ungeheuer freien Malstil: den Expressionismus. Auch gesellschaftlich warfen sie sämtliche Konventionen über Bord und bewegten sich gern unbekleidet durch Atelier und Natur.
Die Gemeinschaft der „Brücke“ stärkte die jungen Künstler, die mit leuchtenden Farben und gestischem Duktus ganz nebenbei die Klassische Moderne in Deutschland einleiteten. Nachdem 1906 Max Pechstein und Emil Nolde dazu gekommen waren und sich die „Brücke“ 1911 nach Berlin verlagert hatte, löste sich die Gruppe 1913 wieder auf.
Jetzt veranstaltet das Frieder Burda Museum in Baden-Baden eine umfangreiche Schau, die Werke aus der eigenen Sammlung, zahlreiche Leihgaben aus dem Brücke Museum in Berlin sowie selten gezeigte Arbeiten aus Privatbesitz vorführt. Besonders hervorgehoben wird dabei, wie meisterhaft die Expressionisten das von rasanten Veränderungen geprägte Lebensgefühl ihrer Zeit inhaltlich und stilistisch widerspiegelten.

kunst:art Nr. 64, November-Dezember 2018, Süden Spezial

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